Von Märchen, Paketboten und unheimlichen Waldhütten – die KITeraten lesen Alltagshorror

Am 17. Oktober 2026 wurde es bei den KITeraten gruselig. Im Rahmen ihrer jährlichen Lesung präsentierten die Mitglieder Kurzgeschichten zum Thema „(Alltags-)Horror“. Rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen, darunter Freunde und Familienangehörige der Lesenden, aber auch literaturinteressierte Gäste.

Die Interpretationen des Themas hätten unterschiedlicher kaum sein können.

Den Auftakt machte meine Neuinterpretation des Grimmschen Märchens „Tischlein deck dich!“. Der Text war ursprünglich im Rahmen einer Schreibübung entstanden, bei der es darum ging, bekannte Märchen neu zu interpretieren. In meiner Version stellt sich die Frage, woher die köstlichen Speisen eigentlich stammen, die das magische Tischchen auf Befehl erscheinen lässt.

Auch die anderen Beiträge widmeten sich den unheimlichen Seiten vermeintlich vertrauter Situationen.

In Pias Geschichte führte der Wunsch einer Jugendlichen, zu den beliebten Mädchen ihrer Schule zu gehören, über eine Reihe von Mutproben in ein unheimliches Haus voller beschädigter Puppen.

Julius wiederum machte aus einer alltäglichen Paketzustellung eine bedrohliche Angelegenheit. Sein geheimnisvoller Paketbote verlangte für jede Lieferung ein Dankeschön – und wer diese Höflichkeit vergaß, musste mit unangenehmen Konsequenzen rechnen.

In „Das Projekt“ von Kerstin rückte eine Einrichtung in den Mittelpunkt, in der Menschen gegen ihren Willen medizinischen Experimenten unterzogen wurden. Erzählt wurde aus der Perspektive einer Mitarbeiterin, die ihr eigenes Handeln zu rechtfertigen versucht.

Auch der Wald spielte an diesem Abend eine wichtige Rolle. In Lenas „Waldhaus“ wurde der Urlaub einer Gruppe von Menschen durch unheimliche Kreaturen gestört. Kerstins „Irrfahrt“ führte dagegen eine Radfahrerin auf verschlungenen Wegen zu einer einsamen Hütte und einer beunruhigenden Entdeckung.

Zwischen den Lesebeiträgen gab es zwei Schreibspiele, bei denen auch das Publikum selbst kreativ werden konnte. Zunächst entstanden Elfchen, später kurze Geschichten aus vorgegebenen Wörtern.

Insgesamt dauerte die Veranstaltung mehrere Stunden und bot damit reichlich Gelegenheit, ganz unterschiedliche Spielarten des Horrors kennenzulernen.

Für mich persönlich war die Auswahl meines Textes im Nachhinein übrigens ein glücklicher Zufall. Ursprünglich hatte ich auch eine Geschichte vorbereitet, die auf einer eigenen Sommererinnerung beruhte. Da ich einen Teil meiner Kindheitssommer in einer Waldhütte verbracht habe, hätte auch ich das Publikum beinahe in den Wald geschickt.

Angesichts der vielen unheimlichen Waldhäuser und Hütten an diesem Abend war es vielleicht ganz gut, dass ich mich stattdessen für das mörderische Tischlein entschieden hatte.

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Wer nach diesem kleinen Ausflug in die Welt des (Alltags-)Horrors noch nicht genug vom Gruseln hat, für den habe ich noch etwas.

Für die Lesung hatte ich ursprünglich zwei Geschichten vorbereitet. Am Ende fiel meine Wahl auf eine etwas düstere Neuinterpretation des Märchens „Tischlein deck dich!“. Aber auch die zweite Geschichte möchte ich euch nicht vorenthalten.

Beide Texte könnt ihr in den kommenden Tagen hier auf dem Blog nachlesen:

  • Tischlein deck dich! – Ein Märchen über einen wundersamen Tisch und die Frage, woher all die köstlichen Speisen eigentlich kommen.

  • Sommernacht im Holzhaus – eine Geschichte über die Angst vor dem Unbekannten, mitten in einer eigentlich vertrauten Umgebung.

Viel Vergnügen beim Lesen und Gruseln!

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