Eingeschobenes
Auch dieses Mal gibt es wieder einen kleinen Ausschnitt aus der Schreibwerkstatt.
Wie ihr wisst, das Thema ist vorgegeben, die Zeit begrenzt und daher haben die Texte meist keinen richtigen Anfang oder, wie in meinem Fall, kein Ende. Dieses Mal ging es um die Umwandlung von Bild zu Text. Bei meinem handelte es sich um ein Fanalbum von Fußballspielen, genauer gesagt um eine Europaweltmeisterschaft irgendwann in den 60ziger Jahren die im strömenden Regen stattfinden musste und wider Erwarten nicht abgepfiffen wurde, obwohl der Rasen komplett unter Wasser stand. Ja, früher waren die Spieler noch härter. Auf dem Bild, dass mir zur Verfügung stand, waren die Bemühungen zu sehen, den Rasen mit Hilfe von umfunktionierten Straßenwalzen etwas zu entwässern.
Aber genug der Worte und viel Spaß beim Lesen. Und wenn ihr begeistert seid und euch nach dem Lesen fragt, wo ihr noch mehr von mir lesen könnt, dann schaut mal bei meinen Werken vorbei. Oh und wenn ihr mich hier unterstützen wollt, dann schaut auch nächsten Monat vorbei und sagt allen euren Bekannten, Verwandten und Fußballfankurvenkumpels das es diesen Blog gibt.
Einziger Beweis für eine unglaubliche Geschichte
„Wasserfallartige Regenfälle Herbert! Du spinnst ja!“ Kalle tippt sich mit einem Finger an die Stirn, hebt die braune Flasche zum Mund und nimmt einen Schluck.
„Wenn ich es dir doch sage, Kalle. Es war so schlimm, dass die das Spiel am Ende abgebrochen haben.“
Kalle schnaubt, doch Herbert lässt sich nicht davon abbringen. „Mit auf Walzen aufgeklebten Schwämmen haben die versucht den Rasen trockenzulegen.“
Kalle hustet. „Die haben was?“
„Na hab ich doch eben gesagt. Die haben versucht den Rasen mit Schwammwalzen, äh … ich meine mit auf Walzen aufgeklebten Schwämmen so … so halt …“ Herbert fuchtelt mit den Armen herum, versucht das von ihm Beschriebene zu verdeutlichen, „… so haben die versucht das Ding trockenzulegen.“
„Wat n Witz.“
„Nee, kein Witz! Echt wahr!“
„Ach Herbert! Komm hör auf, das ist doch Quatsch.“
„Quatsch? Du glaubst mir nicht?“
Kalle nimmt noch einen Schluck. „Natürlich glaub ich dir nicht. Walzenschwämme, Schwammwalzen, das ist doch totaler Quatsch. Totaler Quatsch.“
„Ach“, macht Herbert. „Und was ist das hier?“ Er zieht ein Foto aus der Jackentasche und knallt es auf den Tresen. Direkt neben Kalles Höpfner.
„Was n das?“ nuschelt Kalle und beäugt das schwarz-weiß Foto.
Darauf zu sehen: mehrere Männer die angestrengt eine große Walze über den Rasen eines Fußballstadions schieben. Unter der Walze auf dem grauen Grün ist ein heller schaumiger Teppich zu sehen. Als hätte jemand Spüli auf den Rasen gekippt und ordentlich durchgeschäumt.
„Äh….“, macht Kalle.
„Ja. Hat der äh … Fußballtrainer, meiner Tante, ihrer Cousine damals machen können.“
„Der Fußballtrainer der Tante deiner was?“
„Ihrer Cousine!“, kräht Herbert. „Meiner Tante ihrer Cousine. Ist doch glasklar.“
„Jo.“
„Der war damals vor Irt und hatte das äh Glück, dass er damals für den Dorfkirchener Kurier von dem Spiel berichten sollte und da äh … hat er … nun …“, Herbert hibbelt auf und ab, „da hat er dieses Bild davon gemacht. Und? Glaubst du mir jetzt?“
Kalle murmelt Unverständliches in den Hals seiner Flasche und wendet sich halb ab.